Amtlich Güglingen | 03.11.2026
Jahresberichte zeigen, wie die Fachkräfte an Güglingens Schulen helfen
400 Kinder und Jugendliche nutzten im Schuljahr 2025/2026 die Schulsozialarbeit in Güglingen. Die Fachkräfte an der Katharina-Kepler-Schule und der Realschule führten mehr als 1.500 Beratungsgespräche. Sie arbeiten auch mit ganzen Klassen, stärken das Miteinander und begleiten Projekte. Das geht aus den Jahresberichten hervor, die der Gemeinderat jetzt zur Kenntnis genommen hat. Träger ist die Diakonische Jugendhilfe Region Heilbronn.
Hilfe bei Sorgen und Konflikten
An der Grundschule der Katharina-Kepler-Schule erhielten 72 Kinder individuelle Unterstützung, an der Werkrealschule 91 und an der Realschule 237. Sie suchen Rat bei Konflikten mit Gleichaltrigen, familiären Schwierigkeiten, Leistungsdruck, Ängsten oder Mobbing. Auch psychische Belastungen spielen eine Rolle. Manche Kinder benötigen nur ein Gespräch, andere werden über längere Zeit begleitet. Bei Bedarf arbeiten die Fachkräfte mit Eltern, Lehrkräften oder Beratungsstellen zusammen.
An der Realschule stieg die Zahl der beratenen Jugendlichen gegenüber dem Vorjahr von 200 auf 237. Die Zahl der Gespräche nahm von 824 auf 1.036 zu. Ein Grund: Die zweite Fachkraft war vollständig eingearbeitet.
Miteinander lernen
Schulsozialarbeit ist auch in ganzen Klassen präsent. An der Grundschule lernen die Kinder beispielsweise, Grenzen zu setzen, Streit anzusprechen und im Klassenrat Lösungen zu finden. An der Werkrealschule beschäftigen sie sich mit Fairness, Verantwortung und dem Umgang miteinander. Die Realschule nutzt regelmäßige Kompetenzförderungsstunden, um Respekt, Kommunikation und den Zusammenhalt zu stärken.
Dazu kommen besondere Angebote: An der Grundschule gab es Selbstbehauptungskurse und Medienworkshops. An der Realschule setzt sich das HERZ-Team für ein gutes Schulklima ein und hilft, Mobbing vorzubeugen. In den fünften Klassen machten sich eigens geschulte Jugendliche für einen respektvollen Umgang stark. So erreicht die Schulsozialarbeit auch Kinder, die keine individuelle Beratung benötigen.
Begegnungen außerhalb des Unterrichts
An der Katharina-Kepler-Schule arbeiteten Kinder im Schulgarten, gestalteten beim Upcycling aus alten Materialien etwas Neues oder erlebten gemeinsam die Natur. Bei einer Weihnachtswerkstatt halfen Achtklässler jüngeren Kindern beim Basteln. An der Realschule öffnete nach einer Renovierung das „RSG-Wohnzimmer“ wieder. Dort können sich Kinder und Jugendliche in der Mittagspause treffen und miteinander spielen. Dabei lernen die Kinder und Jugendlichen die Fachkräfte ungezwungen kennen. Die Schulsozialarbeit beteiligte sich zudem am städtischen Sommerferienprogramm.
Jugendliche gestalten Güglingen mit
Bei der Kinder- und Jugendbeteiligung der Stadt wirkten die Fachkräfte ebenfalls mit. Sie stellten das Projekt in den Klassen vor, organisierten eine Befragung und halfen, Ideen weiterzuentwickeln. Daraus entstand unter anderem eine Müllsammelaktion mit 24 Schülerinnen und Schülern. Die Jugendlichen erlebten dabei, dass sie ihre Stadt selbst mitgestalten können.
Neue Aufgaben im Blick
Die Jahresberichte benennen auch Herausforderungen. An der Realschule beobachten die Fachkräfte komplexere persönliche Probleme und einen hohen Bedarf, neu zusammengesetzte Klassen zu begleiten. Eine Psychologin der Diakonischen Beratungsstelle bot an 13 Tagen Gespräche direkt an der Schule an; 20 Personen nutzten das Angebot. Wegen fehlender finanzieller Mittel ist es bislang nur bis Ende 2026 gesichert. Im laufenden Schuljahr sollen an der Katharina-Kepler-Schule Schulgarten und Schulweinberg stärker in den Unterricht einfließen. An der Realschule wollen die Fachkräfte neue Klassen von Beginn an intensiver begleiten. Ein persönliches „Lebensbuch“ soll Jugendlichen helfen, ihre eigene Entwicklung bewusster wahrzunehmen.