Amtlich Güglingen | 07.10.2026
Wasser zum Teil bereits abgelassen - Entwurfsplanung bildet Grundlage für Förderanträge
Die Vorbereitungen für das Ablassen und die anschließende Sanierung der Ehmetsklinge sind weit fortgeschritten. Anlass ist die vorgeschriebene vertiefte technische Sicherheitsüberprüfung der Stauanlage. Der Wasserverband Zaber hat die nächsten Schritte mit allen Beteiligten abgestimmt, der Wasserspiegel wird bereits seit dem Sommer behutsam abgesenkt. Auch die Entwurfsplanung für die bekannten Sanierungsarbeiten liegt inzwischen vor. In den kommenden Wochen geht das Projekt damit in die nächste wichtige Phase: Haupt- und Vorsperre werden weiter abgesenkt, bevor im Winter die umfassende Bauwerksprüfung beginnen kann. Der Badebetrieb muss 2027 aussetzen. Für 2028 ist wieder eine Badesaison vorgesehen.
Wasser wird bewusst langsam abgelassen
Seit Ende Juli gibt der Wasserverband 20 Liter Wasser pro Sekunde aus der Hauptsperre in die Zaber ab. Das Landratsamt hatte diese erhöhte Abgabe wegen der Niedrigwassersituation angeordnet, um den Abfluss in der Zaber zu stabilisieren. Mitte September lag der Wasserspiegel dadurch bereits rund 1,5 Meter unter dem normalen Dauerstauziel.
Bis zum 23. Oktober soll es bei dieser geringen Abgabe bleiben. Anschließend ist vorgesehen, die Menge auf 400 Liter pro Sekunde zu erhöhen. Erlaubt wären bis zu 1.000 Liter pro Sekunde. Der Wasserverband schöpft diesen Spielraum bewusst nicht aus. Vor allem die renaturierten Abschnitte der Zaber unterhalb der Ehmetsklinge sollen möglichst wenig belastet werden. Fachleute beobachten während des Ablassens die Wasserstände und Abflussverhältnisse und können die Menge bei Bedarf anpassen.
Natur- und Artenschutz sind fester Bestandteil des Gesamtprojekts. Fachleute haben die Auswirkungen auf Tiere und Lebensräume geprüft. Die daraus abgeleiteten Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen werden bei der Umsetzung berücksichtigt und ökologisch begleitet.
Organisatorische Abstimmungen laufen
Dass der Wasserspiegel bereits über den Sommer gesunken ist, erleichtert das weitere Vorgehen. Vom Dauerstauvolumen der Hauptsperre von rund 614.000 Kubikmetern muss deshalb nur noch ein Teil abgelassen werden. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll auch der Schieber der Vorsperre geöffnet werden. Ihr Wasser fließt dann langsam in die bereits abgesenkte Hauptsperre. Auch die organisatorischen Vorbereitungen stehen. Wasserverband, Bauhof, Feuerwehr, Wasserversorgung, Ingenieurbüro und Fischereiverein haben den Ablauf abgestimmt. Der Fischereiverein bereitet das Abfischen vor und rechnet weiterhin mit zehn bis 20 Tonnen Fisch. Feuerwehr und Bauhof unterstützen die Arbeiten.
Rund 840.000 Euro für die bekannten Arbeiten
Parallel zum Ablassen hat der Wasserverband die Sanierungsplanung weiter konkretisiert. Die Entwurfsplanung ist mit Landratsamt und Regierungspräsidium abgestimmt und bildet die Grundlage für die Förderanträge. Nach aktuellem Planungsstand liegen die Kosten für die bislang bekannten Maßnahmen bei rund 840.000 Euro brutto. Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an Beton- und Stahlbauteilen sowie an der wasserseitigen Dammböschung. Zwei neue Grundwassermessstellen sollen die technische Überwachung verbessern. Hinzu kommt die Entlandung der Vorsperre. Die Kostenschätzung ist noch nicht abschließend. Erst nach dem vollständigen Ablassen können Fachleute auch die bislang unter Wasser liegenden Teile der Anlage aus nächster Nähe untersuchen.
Ablaufleitung muss instandgesetzt werden
Bei einem zugänglichen Teil der Anlage gibt es bereits einen konkreten Befund. Die große Ablaufleitung wurde im Juni untersucht. Dabei zeigte sich, dass sich ihr Zustand gegenüber der letzten Untersuchung 2015 verschlechtert hat. Chemische Prozesse haben die Betonoberfläche angegriffen. Die geschädigten Bereiche sollen entfernt und neu aufgebaut werden. Auch die Vorsperre wird umfassend bearbeitet. Sie wurde beim Umbau der Ehmetsklinge 2000 und 2001 angelegt und soll erstmals entlandet werden. Die Planer rechnen mit rund 2.800 Kubikmetern Schlamm und Sediment. Untersuchungen haben ergeben, dass das Material grundsätzlich auf geeigneten landwirtschaftlichen Flächen im Umfeld verwertet werden kann.
Arbeiten laufen bis Ende 2027
Im Winter 2026/2027 folgt die vertiefte Bauwerksprüfung. Für Anfang 2027 sind erste Arbeiten an der Dammböschung vorgesehen. Die Betoninstandsetzung soll im Sommer stattfinden, die Entlandung der Vorsperre im Herbst. Auch der Artenschutz bestimmt den Ablauf. In der Hauptsperre soll deshalb bereits Anfang 2027 wieder eine kleinere Wasserfläche entstehen. Spätestens zum 1. März sind rund 1,8 Hektar mit etwa 11.000 Kubikmetern Wasser vorgesehen. Der reguläre Wiedereinstau der Hauptsperre soll im Herbst 2027 beginnen, der der Vorsperre gegen Jahresende.
Über die Arbeiten informiert der Wasserverband künftig auch direkt an der Ehmetsklinge. Neue Banner erklären vor Ort, warum der See abgelassen wird, welche Arbeiten anstehen und wie Natur- und Artenschutz berücksichtigt werden.
Hintergrund: Warum die Ehmetsklinge abgelassen wird
Die Ehmetsklinge ist Badesee und Naherholungsgebiet, aber auch eine technische Stauanlage für den Hochwasserschutz. Als Talsperre muss sie regelmäßig umfassend überprüft werden. Die letzte vertiefte Überprüfung der Stauanlage nach DIN 19700 fand 2015 statt. Damit Fachleute nun auch die normalerweise unter Wasser liegenden Bauteile untersuchen können, werden Haupt- und Vorsperre abgesenkt. Nach der Bauwerksprüfung folgen die notwendigen Sanierungsarbeiten. Deshalb ist 2027 kein Badebetrieb möglich. Die nächste Badesaison ist für 2028 vorgesehen.