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Amtlich Güglingen

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Amtlich Güglingen | 28.07.2026

Etat 2026: Güglingen muss gegensteuern

Die Stadt Güglingen kann 2026 noch wichtige Vorhaben umsetzen, muss ihre Finanzen für die kommenden Jahre aber grundlegend neu ordnen. Der Haushalt sieht Investitionen von knapp 3,5 Millionen Euro vor, zugleich entsteht im Ergebnishaushalt ein Fehlbetrag von 6,7 Millionen Euro. Die vorhandenen Reserven reichen nach der aktuellen Planung nur noch bis Ende des Jahres. „Der Haushalt ermöglicht uns noch wichtige Investitionen. Wir müssen aber weiter hart an der Konsolidierung unserer Finanzen arbeiten“, erklärt Bürgermeister Michael Tauch. Der Gemeinderat hat den Haushalt jetzt beschlossen.

Laufender Betrieb verbraucht Reserven

Der Ergebnishaushalt weist ordentliche Erträge von 35 Millionen Euro und Aufwendungen von 41,7 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich ein Fehlbetrag von 6,7 Millionen Euro. Aus dem laufenden Betrieb entsteht ein Zahlungsmittelbedarf von 5,2 Millionen Euro. Gegenüber dem im Juni eingebrachten Entwurf hat sich das Ergebnis verbessert. Grund dafür ist vor allem eine aktuelle Steuerschätzung, nach der Güglingen einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer erhält. Allerdings wachsen auf der Ausgabenseite die Ansätze für die Finanzausgleichsumlage und die Kreisumlage.

Rund 3,2 Millionen Euro des Fehlbetrags im Ergebnishaushalt entfallen auf Verlustausgleiche für die Eigenbetriebe. Diese hängen auch mit fehlenden Jahresabschlüssen und notwendigen Ausgleichen zwischen dem städtischen Haushalt und den Eigenbetrieben zusammen. Daneben steigen die laufenden Aufwendungen weiter, während die finanziellen Spielräume zurückgehen.

Die Stadt kann das negative Ergebnis 2026 letztmalig aus ihrer vorhandenen Liquidität ausgleichen. Zum Jahresende verringert sich der Finanzierungsmittelbestand um rund 5,4 Millionen Euro.

Knapp 3,5 Millionen Euro für Investitionen

Trotz der angespannten Lage investiert Güglingen knapp 3,5 Millionen Euro. Der größte Einzelposten ist mit 1,5 Millionen Euro die Umgehungsstraße Güglingen–Pfaffenhofen. Für den Geh- und Radweg Lüssen sind 450.000 Euro eingeplant, für den Katastrophenschutz 378.000 Euro. Weitere Mittel fließen in die Umstellung der Finanzsoftware, die energetische Sanierung des Gebäudes Keltergasse 1, in Photovoltaikanlagen sowie in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Neue Kredite sind 2026 nicht vorgesehen. Die Stadt finanziert die Investitionen zu einem großen Teil durch Grundstücks- und Immobilienverkäufe sowie durch Zuschüsse. Diese Einnahmen helfen im laufenden Jahr, lösen aber die strukturelle Schieflage nicht.

Grundschule wird neu betrachtet

Der bisher vorgesehene Neubau der Grundschule ist nicht mehr in der mittelfristigen Finanzplanung enthalten. Die Stadt will Schule, Ganztagsbetreuung, Mensa und Raumbedarf von Grund auf gemeinsam betrachten. Keine der bisher diskutierten Varianten lässt sich derzeit finanziell darstellen. Für 2026 bleibt eine Planungsrate von 80.000 Euro im Haushalt.

Ab 2027 sind strukturelle Entscheidungen nötig

Die mittelfristige Finanzplanung zeigt, dass die Liquiditätsreserven der Stadt bis Ende 2026 weitgehend aufgebraucht sein werden. Ohne grundlegende Veränderungen können ab 2027 kaum noch neue Investitionen finanziert werden. Zudem erfüllt die Planung zentrale Anforderungen des Gemeindewirtschaftsrechts nicht. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Kommunalaufsicht die mittelfristige Finanzplanung in der vorliegenden Form nicht genehmigen wird. Verwaltung und Gemeinderat müssen gemeinsam Prioritäten setzen. Sie müssen klären, welche Angebote und Standards Güglingen dauerhaft halten kann, welche Investitionen unverzichtbar sind und wo sich die Einnahmen stärken lassen. Ohne konsequente Konsolidierung könnten freiwillige Leistungen künftig nicht mehr in der gewohnten Breite angeboten werden.

Weitere Informationen und die kompletten Haushaltsreden der Fraktionssprecher unter www.gueglingen.de