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Amtlich Güglingen

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Amtlich Güglingen

Amtlich Güglingen | 28.07.2026

Bericht aus der Gemeinderatssitzung im Juli

TOP 1: Römermuseum – künftiges Konzept

Das Römermuseum bleibt ein zentraler Baustein unseres kulturellen Angebots und soll dauerhaft gesichert werden. Die Museumsleitung wird künftig mit 60 % (24 Wochenstunden) besetzt, dazu steht für unterstützende Aufgaben ein Beschäftigungsumfang von bis zu 40 % zur Verfügung; die bisherige Assistenzstelle entfällt. Als neue Museumsleiterin stellte Angelika Beck ihre Ideen für die Zukunft des Museums vor. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt stärker auf Vermittlung, neuen Zielgruppen und der Weiterentwicklung des Museums als Begegnungsort, ergänzt durch Sonderausstellungen, interaktive Formate und Kooperationen. Neue Öffnungszeiten für den regulären Betrieb sind samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr, freitags vor allem anlassbezogen; Führungen z.B. für Schulklassen können dienstags und mittwochs gebucht werden. Der Gemeinderat nahm die Neuausrichtung und die geänderten Öffnungszeiten einstimmig zustimmend zur Kenntnis. Hierzu gibt es auch einen ausführlichen Bericht in dieser RMZ.

TOP 2: Innenstadtberatung – Vorstellung des Konzepts

Mit Unterstützung des Regionalverbands Heilbronn-Franken wurden für Güglingen ein Innenstadtcheck, ein Workshop mit örtlichen Akteuren und ein Innenstadtkonzept erarbeitet. Die Analyse zeigt Stärken wie ein gutes Parkleitsystem, aber auch Handlungsbedarf etwa bei Aufenthaltsqualität, Zwischennutzungen von Leerständen und der Sichtbarkeit bestehender Angebote. Vorgeschlagen werden die Weiterentwicklung des Stadtentwicklungskonzepts „Güglingen 2030“, die Nutzung von Bereichen in „zweiter Reihe“, eine bessere Beschilderung sowie ein Innenstadtplan mit digitaler Ergänzung. Diskutiert wurde zudem die Einrichtung eines „Kümmerers“ bzw. einer dauerhaften Innenstadt-Lobby. Der Gemeinderat nahm das Gesamtkonzept und dessen spätere Veröffentlichung auf der Homepage des Regionalverbands einstimmig zur Kenntnis; über konkrete Maßnahmen wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Hierzu gibt es auch einen ausführlichen Bericht in dieser RMZ.

TOP 3: Bebauungsplan „Ochsenwiesen-Steinäcker, 4. Änderung“

Die Beratung wurde vor Sitzungsbeginn aufgrund offener Fragen abgesetzt.

TOP 4: PV-Anlage Kita/FIZ – Vergabe Batteriespeicher

Für die bereits vergebene PV-Anlage an der Kita Gottlieb Luz/FIZ wurde die ergänzende Installation eines Batteriespeichers beraten. Nach ausführlicher Diskussion empfahl der Fachplaner einen gewerblichen Speicher mit rund 30 kWh Kapazität. Damit kann ein Autarkiegrad von etwa 66 % erreicht werden; der Speicher ist modular erweiterbar, die tatsächlichen Verbrauchsdaten sollen zunächst über ein Jahr beobachtet werden. Der Gemeinderat vergab bei fünf Enthaltungen den Auftrag zur Lieferung und Montage des Batteriespeichers zum Angebotspreis von 28.591,21 € brutto an die Firma Elektro Gronover aus Güglingen. Die finanziellen Mittel stehen im Haushalt 2025 zur Verfügung; der Kostenrahmen wird eingehalten.

TOP 5: Haushaltsplan 2026 und mittelfristige Finanzplanung

Der Haushaltsplan 2026 enthält ordentliche Erträge von rund 35 Mio. € und Aufwendungen von rund 41,7 Mio. € mit einem Fehlbetrag von ca. 6,7 Mio. € im Ergebnishaushalt. Aus der laufenden Verwaltung entsteht ein Zahlungsmittelbedarf von rund 5,2 Mio. €, ein wesentlicher Teil entfällt auf Verlustausgleiche für Eigenbetriebe. Zugleich werden Investitionen von rund 3,5 Mio. € u. a. in Umgehungsstraße, Radweg Lüssen, Katastrophenschutz, energetische Maßnahmen, PV-Anlagen, Schulen und Kindertagesstätten ohne Kreditaufnahme finanziert – allerdings durch Grundstückserlöse. Nach derzeitiger Planung sind die Liquiditätsreserven Ende 2026 weitgehend aufgebraucht. Ab 2027 sind ohne strukturelle Veränderungen nur begrenzt neue Investitionen möglich. Klar ist: Der Haushalt markiert den Beginn einer notwendigen Konsolidierung, über Standards, freiwillige Leistungen und Einsparpotenziale wird weitergehend zu beraten sein. Vor diesem Hintergrund wurde der bislang vorgesehene Neubau der Grundschule aus der mittelfristigen Finanzplanung herausgenommen, um Ganztagsbetreuung, Mensa und räumliche Anforderungen pädagogisch und finanziell neu zu bewerten. Ein Antrag der BU-Fraktion, Mittelansätze für einen Grundschulneubau in die mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen, wurde nach intensiver Debatte mehrheitlich abgelehnt. Der Gemeinderat beschloss mit Mehrheit, bei einer Enthaltung und vier Gegenstimmen, die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan 2026 sowie das Investitionsprogramm und die mittelfristige Finanzplanung 2027–2029. Zum Haushaltsplan 2026 gibt es einen eigenen Bericht in dieser RMZ, die Haushaltsreden des Bürgermeisters und der Fraktionssprecher sowie die Präsentation zur Haushaltseinrichtung der Kämmerin sind auf der Internetseite der Stadt abrufbar.

TOP 6: Zaber-Lamas (Hort an der KKS) – neue Satzung

Aufgrund der bundesweiten Neuregelung des Umsatzsteuerrechts (§ 2b UStG) wird die bisherige privatrechtliche Benutzungsordnung des Hortes „Zaber-Lamas“ an der KKS durch eine öffentlich-rechtliche Benutzungs- und Gebührensatzung ersetzt. Kinderbetreuung bleibt umsatzsteuerbefreit, gleichzeitig wird der Verwaltungsaufwand reduziert und die Durchsetzung offener Forderungen vereinfacht. Auf Hinweis aus dem Gemeinderat wird die Satzung sprachlich angepasst, u. a. hin zur Formulierung „Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen“. Die Satzung tritt zum 1. September 2026 in Kraft; der Beschluss erfolgte einstimmig.

TOP 7: Mensa an der KKS – Wechsel des Anbieters

Die Kosten des bisherigen Mensa-Lieferanten sowie der Verwaltungsaufwand in Schule und Rathaus sind deutlich gestiegen, gleichzeitig wurde das Essensangebot aus Elternsicht nicht immer als kindgerecht wahrgenommen. Nach Prüfung verschiedener Alternativen und gemeinsamen Testessen mit Schülerinnen und Schülern, Schulleitungen und Mitgliedern des Sozialausschusses entschied sich der Gemeinderat einstimmig für einen Anbieterwechsel. Zum Schuljahr 2026/2027 wird der Lieferant „hausgemacht“ die Mensa an der Katharina-Kepler-Schule übernehmen; die Abrechnung erfolgt künftig direkt zwischen Anbieter und Eltern. Die Stadt trägt die Mietkosten für die Thermobehälter, der bisherige kommunale Zuschuss zum Schulessen entfällt, ohne dass sich die Elternbeiträge erhöhen. Zugleich wurde eine neue Benutzungsordnung für die Mensa beschlossen.

TOP 8: Bausachen

Der Gemeinderat stimmte mehreren Bauvorhaben zu: dem Neubau von Einfamilienhäusern mit Doppelgaragen in Güglingen (Fasanenweg 4, Maulbronner Straße 39) sowie in Frauenzimmern (Ob der großen Hohle 5), jeweils im Einklang mit den Bebauungsplänen; geringfügige Überschreitungen der Baufenster durch Garage bzw. Carport wurden zugelassen. Ebenfalls Zustimmung fand die nachträgliche Nutzungsänderung einer bestehenden Garage in eine Wohneinheit in der Eibensbacher Straße 41 im Rahmen der befristeten Sonderregelung „Bauturbo“ (§ 246e BauGB), da für das Wohngebäude bereits seit 1982 eine Genehmigung besteht. In Frauenzimmern wurde der Ausbau einer Produktionshalle mit Büro- und Sozialräumen in der Brackenheimer Straße 2 genehmigt; kleinere Abweichungen vom Baufenster wurden zugelassen.

TOP 9: Bekanntgaben

Die Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung wurden über das Ratsinformationssystem (Vorlage 108/2026) bekannt gegeben. Zudem wurde auf die gemeinsame Siegerehrung zum Stadtradeln und zum Naturgartenwettbewerb am Dienstag, 28. Juli 2026, um 17.00 Uhr im Deutschen Hof hingewiesen; die Stadträtinnen und Stadträte sind hierzu eingeladen.

TOP 10: Verschiedenes

Unter „Verschiedenes“ wurden verschiedene Anliegen aus dem Stadtgebiet angesprochen: die ausstehende Sperrmüllabfuhr und ein Brand eines Möbelstücks (vgl. Berichterstattung in der RMZ letzte Woche; die Stadt steht hierzu mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises in Kontakt, Zeugen werden gesucht), die aus Sicht des Gremiums unbefriedigende Verkehrsführung an der Baustelle Schafhausplatz/Maulbronner Straße, fehlende Sitzgelegenheiten in den überdachten Wartebereichen am ZOB sowie die Parksituation rund um Arztpraxis und Apotheke während der Baustelle. Die Verwaltung arbeitet an Lösungen, etwa zeitlichen Begrenzungen von Parkplätzen und einer verbesserten Information zur privaten Baustelle. Zudem wurde nächtlicher Lärm durch Jugendliche in der Tiefgarage hinter der Mediothek thematisiert; auch hier wird geprüft, wie berechtigte Ruhebedürfnisse und der Erhalt des öffentlichen Parkraums in Einklang gebracht werden können.