Amtlich Güglingen | 24.07.2026
Die Niedrigwasserlage in den oberirdischen Gewässern des Landkreises Heilbronn hat sich weiter verschärft. Da nach den aktuellen Wetterprognosen in den nächsten Tagen nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen ist, die das vorhandene Niederschlagsdefizit nachhaltig ausgleichen könnten, wird sich diese Entwicklung voraussichtlich auch in den kommenden Wochen fortsetzen, teilt das Landratamt mit. Zudem prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit hoher Wahrscheinlichkeit einen trockenen Juli. Gleichzeitig führen überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen zu einer zusätzlichen Belastung der Gewässer.
Bereits mit der Allgemeinverfügung vom 25. Juni 2026 wurden Einschränkungen für Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern angeordnet. Demnach sind Wasserentnahmen, die auf Grundlage einer wasserrechtlichen Erlaubnis des Landratsamts Heilbronn für die Produktion von Lebensmitteln in Landwirtschaft und gewerblichem Gartenbau erfolgen, sowohl bei der Entnahmerate (l/s) als auch bei der täglichen Gesamtmenge um 50 Prozent zu reduzieren.
Darüber hinaus darf die Beregnung und Bewässerung – mit Ausnahme der Tröpfchenbewässerung – ausschließlich in der Zeit von 18 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages erfolgen. Die Wasserentnahme ist vollständig einzustellen, sobald die in den jeweiligen wasserrechtlichen Erlaubnissen festgelegten Pegelstände erreicht oder unterschritten werden, beziehungsweise wenn der Wasserstand unter zwei Drittel des mittleren Niedrigwasserabflusses (2/3 MNQ) fällt.
An den kleineren Gewässern wie Schozach, Leinbach, Elsenz, Hilsbach, Böllinger Bach und Sulm sind die Wasserstände bereits unter diesen Schwellenwert von 2/3 MNQ gesunken. Dort gilt bereits ein vollständiges Wasserentnahmeverbot. Zur Stützung des niedrigen Abflusses und der Abwehr von gewässerökologischen Schäden erhält die Zaber zusätzlich Wasser aus dem Stausee Ehmetsklinge, sodass bei ihr der Schwellenwert derzeit noch nicht unterschritten ist.
Zudem sind die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg Mitte Juli 2026 unterdurchschnittlich. Sie befinden sich meist noch innerhalb des unteren Normalbereichs, bewegen sich aber zunehmend auf niedrigem Niveau. Die Grundwasserverhältnisse in der ersten Julihälfte waren in allen Landesteilen rückläufig. Mittlerweile bewegen sich mehr als 40 Prozent der Messstellen - zu Monatsbeginn waren es 36 Prozent - unterhalb des Normalbereichs auf niedrigem Niveau. An jeder fünften Messstelle in Baden-Württemberg liegen die aktuellen Verhältnisse unter den bisherigen Juli-Niedrigstwerten der vergangenen 30 Jahre.