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Amtlich Güglingen

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Amtlich Güglingen | 07.07.2026

Güglingen prüft Nahwärmenetz für Kernstadt

Der Gemeinderat hat den Weg für ein mögliches Nahwärmenetz in der Kernstadt freigemacht. Die Firma GP JOULE WÄRME kann nun mit den Vorplanungen beginnen. Bürgermeister Michael Tauch wurde beauftragt, einen Gestattungsvertrag zu verhandeln. Außerdem unterstützt die Stadt das Unternehmen bei der Suche nach einer geeigneten Fläche für eine Heizzentrale. Zunächst wird geprüft, ob ein solches Projekt technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist und ob es genügend Interesse bei möglichen Anschlussnehmern gibt.

Wärmeplanung zeigt geeignetes Gebiet

Grundlage ist die Kommunale Wärmeplanung. Dabei wurden Wärmebedarfe und Wärmeverbräuche im Stadtgebiet untersucht. Das Gebiet in der Kernstadt, das in der Planung als „Güglingen Nord-Ost“ bezeichnet wird, erfüllt nach Einschätzung des Dienstleisters GP JOULE Consult die Voraussetzungen für eine zentrale Wärmeversorgung.

Hinzu kommt: In Güglingen gibt es bereits kleinere Wärmenetze, u.a. in den Bereichen Herrenäcker, Katharina-Kepler-Schule und Stadtmitte (Realschule). Sie werden derzeit mit Blockheizkraftwerken betrieben. Diese Anlagen sind in die Jahre gekommen und fallen aus der Förderung oder sind bereits herausgefallen. Deshalb muss die Stadt klären, wie sie mit diesen bestehenden Netzen künftig umgeht. Ein früheres Konzept hatte eine neue Wärmezentrale auf dem Gelände des alten Bauhofs vorgesehen. Diese hätte die Stadt selbst bauen und betreiben müssen. Wegen knapper finanzieller und personeller Ressourcen verfolgt die Stadt diesen Weg nicht weiter.

Größeres Netz statt einzelner Lösungen

Das nun vorgestellte Konzept von GP setzt auf ein größeres Nahwärmenetz. Die bestehenden Netze könnten später in ein Gesamtnetz eingebunden werden. Dadurch müsste die Stadt die bisherigen Heizzentralen langfristig nicht einzeln modernisieren. Technisch arbeitet die Firma mit Großwärmepumpen und Pufferspeichern. Für die Heizzentrale wird eine Fläche von rund 2400 Quadratmetern benötigt. Wegen der Geräusche der Kühler muss sie etwa 150 Meter Abstand zur Wohnbebauung haben. Ein Standort steht noch nicht fest.

Beteiligung an Gesellschaft?

Für das Projekt könnte später eine Betreibergesellschaft gegründet werden. Eine Beteiligung der Stadt könnte zwischen 0 und mehr als 50 Prozent liegen. Der Planer rechnet bei solchen Projekten grundsätzlich mit 15 bis 18 Prozent Eigenkapital. Bei einem grob geschätzten Gesamtvolumen von 32 Millionen Euro läge der Anteil der Stadt bei einer hälftigen Beteiligung und nach Abzug der Förderung beispielhaft bei rund 1,8 Millionen Euro. Dieser Betrag ist momentan eine Orientierungsgröße für die Diskussion und wäre über mehrere Jahre zu erbringen. Ob und in welcher Höhe sich die Stadt beteiligt, müsste der Gemeinderat später gesondert entscheiden.

Keine Pflicht zum Anschluss

Ein wichtiger Punkt: Es soll keinen Anschlusszwang geben. In der nächsten Phase will der Planer zunächst bei möglichen Anschlussnehmern abfragen, ob grundsätzlich Interesse an Nahwärme besteht. Erst danach wird weitergerechnet. Das Projekt geht nur dann in die Detailplanung, wenn sich abzeichnet, dass die Wärme zu einem sinnvollen Preis bereitgestellt werden kann. Außerdem muss das Vorhaben einer internen Umsetzungsprüfung standhalten. Fällt diese positiv aus und ist die Wirtschaftlichkeit erkennbar, können ein Förderantrag, eine vertiefte Machbarkeitsstudie, Gestattungsverträge und die mögliche Gründung einer Betreibergesellschaft folgen.

Nach Angaben der Verwaltung liegt das unternehmerische Risiko in dieser frühen Phase vollständig bei GP JOULE. Für die Stadt Güglingen entsteht durch den Einstieg in die Vorplanung zunächst kein finanzielles Risiko. Um sich auf die weiteren Entscheidungen vorzubereiten, hat der Gemeinderat vor, ein bestehendes Nahwärmenetz im Rahmen einer Klausurtagung zu besichtigen.