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Amtlich Güglingen

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Amtlich Güglingen

Amtlich Güglingen | 30.06.2026

Haushaltsentwurf 2026 zeigt angespannte Finanzlage

Die Stadt Güglingen steht vor finanziell schwierigen Jahren. Das zeigt der Entwurf des Haushaltsplans für 2026, den Bürgermeister Michael Tauch und Kämmerin Lea Redweik am 23. Juni in den Gemeinderat eingebracht haben. Die laufenden Ausgaben übersteigen die laufenden Einnahmen deutlich. Gleichzeitig muss die Stadt ihre gesetzlichen Aufgaben erfüllen, die Infrastruktur erhalten und wichtige Zukunftsprojekte voranbringen. Im Ergebnishaushalt ergibt sich ein Defizit von rund 7,5 Millionen Euro. „Die finanzielle Situation ist angespannt, vor allem mit Blick auf die mittelfristigen Planungen. Gleichzeitig müssen wir die Leistungsfähigkeit unserer Stadt erhalten und wichtige Aufgaben erfüllen. Deshalb werden wir unsere Ausgaben genau prüfen und Prioritäten setzen müssen“, sagt Bürgermeister Michael Tauch.

Sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung liegt auf der Einnahmeseite. Die ordentlichen Erträge sinken gegenüber dem Vorjahresansatz von rund 36,6 Mio. Euro auf rund 34,1 Mio. Euro. Die wichtigste Einnahmequelle bleiben die Steuern. Insgesamt rechnet die Stadt hier mit rund 27,3 Mio. Euro. Besonders ins Gewicht fällt die Gewerbesteuer. Nach einem Ansatz von rund 22,6 Millionen Euro im Jahr 2025 plant die Stadt für 2026 mit rund 20,5 Millionen Euro. Hinzu kommen der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit rund 4,5 Millionen Euro sowie die Grundsteuer B mit rund einer Million Euro.

Gleichzeitig steigen die Ausgaben deutlich an. Die ordentlichen Aufwendungen erhöhen sich von rund 39,6 auf rund 41,6 Millionen Euro. Die Transferaufwendungen steigen von 22,7 auf rund 26,4 Mio. Euro. Die Kreisumlage steigt auf rund 7,0 Mio. Euro, die Finanzausgleichsumlage ebenfalls auf rund 7,0 Mio. Euro. Beide Positionen liegen deutlich über den Ansätzen des Vorjahres.

Viele Aufgaben sind gesetzlich vorgegeben

Ein großer Teil der städtischen Ausgaben lässt sich nur begrenzt beeinflussen. Kinderbetreuung, Schulen, Feuerwehr, Straßenunterhaltung, Verwaltung und zahlreiche weitere Leistungen gehören zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Zu den größten Ausgabenblöcken zählen neben den Transferaufwendungen die Personalaufwendungen mit rund 8,7 Millionen Euro sowie Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen in Höhe von rund 6,1 Millionen Euro. Hinzu kommen Abschreibungen von rund 1,8 Millionen Euro.

Stadt investiert weiterhin in Infrastruktur und Sicherheit

Für 2026 sind Investitionen von rund 3,4 Millionen Euro vorgesehen. Zu den größeren Maßnahmen gehören die Umgehungsstraße Güglingen-Pfaffenhofen mit rund 1,5 Millionen Euro, Investitionen in den Katastrophenschutz von rund 378.000 Euro, die Umstellung der Finanzsoftware mit rund 180.000 Euro sowie Photovoltaikanlagen beim Familienzentrum und bei der ABC-Sporthalle. Angesichts der Finanzlage hat sich die Stadt entschieden, bis zur Haushaltsklausurtagung im Herbst die Planungen für einen Schulneubau nicht in die mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen. Die Schule wird zwar grundsätzlich weiterentwickelt. Die Verwaltung will aber Bedarf und Rahmenbedingen weiter konkretisieren, bevor Neubauplanungen vorangetrieben werden.

Dieses Jahr keine neuen Kredite geplant

Für das Jahr 2026 sieht der Haushaltsentwurf keine neue Kreditaufnahme vor. Gleichzeitig werden bestehende Verbindlichkeiten weiter getilgt. Die Verschuldung des Kernhaushalts wird zum Jahresende bei rund 2,2 Millionen Euro liegen. Insgesamt wird sich der Finanzierungsmittelbestand um rund 6,1 Millionen Euro verringern. Die verfügbare Liquidität sinkt bis Ende 2026 auf rund 1,3 Millionen Euro. Verwaltung und Gemeinderat werden sich in den kommenden Monaten intensiv mit der weiteren Entwicklung der städtischen Finanzen beschäftigen. Ziel bleibt es, die Handlungsfähigkeit der Stadt dauerhaft zu sichern und den Haushalt schrittweise wieder zu stabilisieren.

Der Etat 2026 soll am 21. Juli vom Gemeinderat beschlossen werden.