Mit den Klängen des „Einzugs der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel, gespielt vom Posaunenchor Güglingen, begann der Jahresempfang der Stadt Güglingen am Sonntag, den 25. Januar in der Herzogskelter.
„Diese Musik feiert den Moment eines Ankommens, den Augenblick in dem etwas Neues beginnt“, griff der Bürgermeister die Musik des Posaunenchors in seiner Begrüßungsrede auf. Daran anschließend berichtete Michael Tauch von den neusten Entwicklungen in der Stadt. „Trotz notwendiger Einsparungen beim Haushalt 2026 wollen wir auch in unsere Zukunft investieren und haben das in Teilen bereits getan. Es bewegt sich viel in der Stadt“, so der Bürgermeister. Im letzten Jahr wurden die Fähigkeiten der Feuerwehr ausgebaut und die Attraktivität der Innenstadt durch eine Begrünung des Rathausplatzes sowie Reinigung der Brunnen vorangetrieben. Überlegungen zur Neugestaltung der Innenstadt und der Ortsdurchfahrt fänden derzeit im Kontext der Weiterentwicklung des Stadtentwicklungskonzepts statt. Dabei seien auch Bürgerinnen und Bürger mit ihren Vorschlägen gefragt.
Bereits 2026 werde die Landstraße nach Ochsenbach saniert, die Bushaltestellen barrierefrei umgebaut und in die Enthärtungsanlage auf dem Kaiserberg investiert. „Sobald es keinen Frost mehr hat, soll der Radweg nach Pfaffenhofen gebaut werden“, berichtete Michael Tauch.
„Im letzten Jahr konnten wir darüber hinaus endlich das Familienzentrum und die Erweiterung des ev. Kindergartens Gottlieb Luz einweihen. Damit werden Angebote für alle Generationen geschaffen“, freute sich Tauch. Die Realschule und die Katharina-Kepler-Schule können dank der finanziellen Unterstützung Güglinger Unternehmen seit Ende letztes Jahr an dem „MINT-Lernkreislauf“ der Initiative Junge Forscher teilnehmen.
Des Weiteren lud der Bürgermeister sein Publikum ein, Veranstaltungen des Kulturjahrs oder die kommende Sonderausstellung „Zeitenläufte“ des Römermuseums zu besuchen. Bis zum Beginn des Kulturjahrs am 27. Februar sei es noch möglich Abonnements im Internet oder im Bürgerbüro im Rathaus zu erwerben. „Oder beteiligen Sie sich an der Aktion „50 Jahre – 50 Lieblingsplätze“ durch ein Bild Ihres Lieblingsplatzes“, forderte Michael Tauch die Bürgerinnen und Bürger auf.
Im Anschluss übergaben die Veranstalter von Rudolfs Adventstreff (TSV Güglingen, SV Frauenzimmern, TC Blau-Weiß und Motorradfreunde) einen Spendenscheck für die Stadt in Höhe von 7.500 Euro. Dieses Geld wird wieder für die Finanzierung des Schwimmunterrichts an der Katharina-Kepler-Schule verwendet. „Damit können wir verlässlichen Schwimmunterricht als lebensrettende Kompetenz in Güglingen auch im Winter anbieten“, freute sich der Bürgermeister.
Dr. Lukas Penka vom Deutschen Roten Kreuz betonte in seiner Rede die Bedeutung von Blutspenden für die Versorgung von Verletzten und Kranken. Die Güglinger Blutspender gingen dabei mit gutem Beispiel voran. „182,5 Liter Blut wurde von ihnen gespendet“, lobte Dr. Penka. Gemeinsam mit dem Bürgermeister ehrte er anschließend die Spenderinnen und Spender. Für 10-maliges Blutspenden wurden Regina Beyl, Victor Gruber (nicht anwesend), Wolfram Haiges, Jürgen Klenk, Peter Kunze (nicht anwesend), Hartmut Nietzold, Michael Sailer (nicht anwesend), Reinhard Scheid und Petra Sommer geehrt. Daniel Grasmik, Sina Keppler und Susanne Sieber (alle nicht anwesend) wurden für 25-mal Blutspenden ausgezeichnet. Die Ehrennadel für 50-maliges Blutspenden mit Eichenkranz und eingravierter Spendenzahl erhielten Thomas Schneider und Oliver Staiger. Elke Wildt wurde als 100-malige Blutspenderin mit einem besonderen Applaus für ihre Spendenbereitschaft gewürdigt.
Videos sportlicher Erfolge gab es bei der Ehrung der Sportlerinnen und Sportler zu sehen. Joel Bracher gewann 2025 in den Altersklassen U16 und U18 Gold im Kata-Wettbewerb und Silber im Kumite. Als deutscher Nationalathlet bei der European Goju-Ryu Championship in Rumänien erkämpfte er sich die bronzene Medaille im Kumite und die silberne Medaille im Teamwettbewerb. Der lange Flug sei eine der größten Herausforderungen bei diesem Turnier in Rumänien gewesen, erklärte Joel Bracher im anschließenden Gespräch mit Michael Tauch. Auch die Sportschützin Nele Stark berichtete von ihrem Flug nach Argentinien und den schlechten Wetterbedingungen als Herausforderungen bei ihrem World Cup-Debüt. Bei diesem erreichte sie Platz sechs im Dreistellungskampf. Auf Platz eins qualifizierte sich Nele Stark für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft und erreichte dort im Team Platz vier. Ein weiterer großer Teamerfolg war die Goldmedaille im Team bei der Europäischen Meisterschaft. Für diese großartigen sportlichen Leistungen erhielten Nele Stark, Joel Bracher großen Applaus.
Mit Applaus wurde auch bei der anschließenden Verleihung der bronzenen, silbernen und goldenen Verdienstmedaillen der Stadt Güglingen nicht gespart. „Die Verdienstmedaillen sind ein Zeichen der Wertschätzung“, so der Bürgermeister. Bereits zuvor hatte er in seiner Rede festgestellt: „Die Möglichkeiten des freiwilligen Engagements sind breit gefächert, aber dennoch haben sie eine Gemeinsamkeit: Viel zu selten sagen wir Danke. Die Stadt möchte das heute anders machen“.
Mit Renate Beck betrat die erste Ehrenamtliche die Bühne. Michael Tauch ehrte Renate Beck mit einer bronzenen Verdienstmedaille für ihr Engagement im Liederkranz Frauenzimmern als zweite Vorsitzende von 2003 bis 2006, als Beiratsmitglied und Notenwartin. Ebenfalls die bronzene Verdienstmedaille erhielt Helga Baumann. Sie ist Beisitzerin im Verein „Partner in Europa“. Als fleißige Helferin ist sie nach wie vor aktiv. „Damit ermöglicht sie ihrem Verein Vieles“, so Michael Tauch. Neben Renate Beck und Helga Bauman bat der Bürgermeister auch Roland Baumann auf die Bühne. Roland Baumann war im Partnerschaftsverein lange Jahre Schriftführer und kümmert sich als „Quartiermeister“ immer noch um die Zuteilung der Gastfamilien. Da er bereits eine goldene Verdienstmedaille besitzt, konnte er nicht mit einer weiteren Medaille geehrt werden. Daher gab es für ihn lauten Applaus und einen Gutschein für die Herzogskelter.
Die silberne Verdienstmedaille wurde an Karl-Heinz Windolph verliehen. Der Bürgermeister hob dabei in seiner Rede das vielseitige Engagement von Karl-Heinz Windolph hervor. Er war nicht nur Kassierer beim Tennisclub Blau-Weiss Güglingen, sondern auch bei der Gestaltungsinitiative Güglingen Attraktiv (GIGA) sehr aktiv.
Mit Joachim Knecht und Friedrich Sigmund betraten im Anschluss zwei ehemalige Stadträte die Bühne. Sie erhielten für ihre mehr als drei vollen Amtsperioden im Gemeinderat die goldene Verdienstmedaille der Stadt Güglingen. Der Bürgermeister hob bei beiden ihr offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, das gute Miteinander und die aktive Mitarbeit im Gemeinderat hervor.
Neben den beiden ehemaligen Gemeinderäten wurden auch Ehrenamtliche aus Vereinen mit einer goldenen Verdienstmedaille geehrt. Mit Heinz Conz wurde der ehemalige Oberschützenmeister des Sportschützenvereins für sein 26 Jahre langes Engagement ausgezeichnet. Mit den Worten „neben Heinz Conz hat sich noch eine weitere Person für die Modernisierung und den Umbau des Geländes des Sportschützenvereins engagiert“, rief der Bürgermeister auch Helmuth Barth auf die Bühne. Helmuth Barth erhielt ebenso wie Roland Baumann keine weitere Medaille, sondern einen Gutschein für die Herzogskelter.
Zum Abschluss wurden fünf Ehrenamtliche vom TSV Güglingen geehrt. Susanne Eichhorn ist Übungsleiterin im Bereich Jazz Dance, Frauengymnastik und Fit & Fun. Elsbeth Berkmann ist als Übungsleiterin bei der Frauen- und Seniorengymnastik aktiv. Siegfried Xander war Trainer in der Jugendfußballabteilung und später Abteilungsleiter Jugendfußball. Erika Nills Herz schlägt für das Kinder- und Jugendturnen. Als Übungsleiterin trainiert sie nicht nur junge Menschen, sondern sie betreut auch Nachwuchsübungsleiter. Manfred Thurner ist bereits 92 Jahre alt und seit 65 Jahren im Verein aktiv. Generationen von Jungen hat er als Trainer das Turnen beigebracht. Zudem war er Übungsleiter im Faustball und Walken. Mit den Worten „Sporttreiben hält jung“ erzählte Manfred Thurner dem Publikum noch von seinem letzten sportlichen Erfolg, das Ablegen des 33. Sportabzeichens. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung!
Nach musikalischem Abschluss durch den Posaunenchor waren die rund 250 Besucherinnen und Besucher zum Stehempfang eingeladen. Viele nutzten diese Gelegenheit zum Gespräch und ließen sich von den Helferinnen und Helferin des Maienfest e.V.i.G. bewirten.