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Aus der Geschichte von Frauenzimmern

Unweit eines ehemaligen großen römischen Gutshofs, dessen Ausmaße und Bedeutung bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1992 auf den seit langem bekannten „Steinäckern“ bestätigt wurde, liegt der Ort am Südhang eines Hügels, überragt von der Kirche - im „Himmelreich“.

 

Als „Cimbern“ wird die Ortschaft wahrscheinlich schon im Jahre 794 erwähnt. Bezieht sich nämlich der Eintrag im Urkundenbuch des Klosters Lorsch aus diesem Jahr auf den Güglinger Stadtteil Frauenzimmern, dann ist er der älteste der Stadt Güglingen.

 

Die sehr alte, Sankt Martin geweihte Kirche zeigt spätromanische Elemente. Der heutige Kirchenbau dürfte im ausgehenden 13. Jahrhundert errichtet worden sein. Doch steht er auf den Resten einer viel älteren Urkirche. Auch die Namengebung legt einen solchen Schluss nahe: St. Martin gilt als beliebter Heiliger der fränkischen Missionierungs- und Kolonisationszeit.

 

Im hohen Mittelalter gehörte der Ort zum Besitz der Edelherren von Magenheim. Noch 1285 nannte Erkinger von Magenheim den Ort „villa nostra Zimbern“. Im Jahr 1380 war der Ort in den Besitz des Hauses Württemberg übergegangen.

Den heutigen Namen „Frauenzimmern“ verdankt der Ort dem sich 1245 hier niedergelassenen Zisterzienserinnenkloster Mariental. Das Kloster bestand fast 200 Jahre, ehe es im Jahre 1442 in das Kirbachtal umzog.

 

Heute erinnert außer dem Ortsnamen nur noch wenig an die Klosterzeit. Vielleicht, so vermutete schon der ehemalige Stadtpfarrer Karl Klunzinger, stammte das 1849 mit der Güglinger Kirche verbrannte und 1988 in neuer Form wieder erschaffene Palmtuch aus dem Frauenkloster.

 

Das Ortsbild prägende „Erkerhaus“ wurde 1588 von Jörg Enzberger, einem Hofmann des württembergischen Herzogs, erbaut. Er wird seit 1574 erstmals als Bestandsmeier genannt. Neben einer Reihe weiterer Gebäude erstellte er in den Jahren 1595-1599 auch den „Enzberger Hof“ oder „Storchennest“ genannten Fachwerkbau.

Die Baumaßnahmen fallen in eine Zeit wirtschaftlicher Blüte zwischen den Unruhen der Bauernkriege und den Kriegen des 17. Jahrhunderts. Im ganzen württembergischen Raum herrschte eine rege Bautätigkeit. In Güglingen etwa wurde der Fruchtkasten und die herrschaftliche Kelter - heute Festsaal der Stadt - erstellt. An jene Zeit erinnert ein bemerkenswertes Renaissance-Epitaph von 1606 an der Martinskirche, das Jörg Enzberger selbstbewusst als Ritter und Patrizier beim frommen Gebet zeigt.

 

Die Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts unterscheidet sich wenig von der der Nachbarorte. Mit der Ablösung der komplizierten Zehnt-Abgabenverhältnisse, die bis in die Zeiten des Klosters zurückreichen, endete nach Hungersnot, Auswanderungsnot und politischer Not die „alte Zeit“. Frauenzimmern wurde von den Veränderungen der Moderne erreicht, symbolisiert auch hier durch den Bahnbau sowie den Anschluss an die Stromversorgung im Jahre 1909 und schließlich den Ausbau der Wasserversorgung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

 

Im Sommer 1971 schloss sich Frauenzimmern mit Güglingen zusammen.

Historische Ansicht von Frauenzimmern
Historische Ansicht von Frauenzimmern

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