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Dreijährige „Verlobungszeit“ endete jetzt mit der Hochzeit

Städtepartnerschaft zwischen Güglingen und Dorking ist offiziell besiegelt.
Das englische Städtchen Dorking im Süden von London und Güglingen im Zabergäu haben sich partnerschaftlich verbunden.
Nach dreijähriger „Verlobungszeit“ wurde jetzt die Hochzeit gefeiert. Mit der Unterzeichnung der Urkunden in der Riedfurthalle in Frauenzimmern wurde die Städtepartnerschaft in feierlichem Rahmen besiegelt.
Beim Gegenbesuch vom 21. bis 23. September 2007 wurd das Zeremoniell in Dorking durchgeführt und mit der Urkunden-Unterzeichnung formell abgeschlossen. 

Schon kurz nach der Ankunft  gab es beim Treffen der Partnerschaftsvereine einen regen Gedankenaustausch im Rathaus. Konkrete Vorstellungen wurden geäußert, wie man die künftigen Verbindungen zwischen Güglingen und Dorking auf- und ausbauen will.

Leider wurde die Vorfreude auf den Festakt durch die Tatsache getrübt, dass mit Mark Trundle ein Mann in Dorking an Herzversagen verstarb, der sich für die freundschaftliche Städteverbindung stark gemacht hatte.
Hinzu kam noch, dass Schüler der Ashcomb-Scool in Dorking aus London nicht wegkamen: ihr Flieger wurde wegen eines Unwetters kurzfristig gecancelt.

Trotz dieser Begleiterscheinungen haben die 25-köpfige englische Delegation mit Chairman Jean Pearson und Partnerschafts-Präsident Anthony Wakefield an der Spitze mit den in drei Jahren gewonnenen Freunden in Güglingen um Bürgermeister Klaus Dieterich und Partnerschafts-Präsidentin Irene Gutbrod das Beste aus dieser Begegnung gemacht.

Ehe man sich zum Festakt in Frauenzimmern traf, wurden die interessierten Gäste bei einer Kunstführung am Samstagmorgen mit den Schätzen des Städtchens vertraut gemacht.
Für den Nachmittag hatten helfende Hände aus dem Rathaus die Riedfurthalle festlich geschmückt. Wegen des Weinbrunnenfestes und vorab festgelegter Termine konnte man diesmal nicht in der „Herzogskelter“ feiern, doch hat dies die Freude nicht getrübt.

Unter Trommelwirbel und Fanfarenklängen vom Fanfarenzug des Sportschützenvereins Güglingen zogen die „Brautleute“ in die Riedfurthalle ein, wurden dort zusammen mit den Festgästen vom Chor „Belcanto“ des Liederkranz Frauenzimmern musikalisch begrüßt.
Die Werkskapelle Layher trug dazu bei, dass der feierliche Rahmen beim Spielen der beiden Nationalhymnen und der Europa-Hymne ein gewisses Gänsehaut-Feeling bekommen hat. Letztlich wirbelten die Jazztanz-Mädchen des SV Frauenzimmern über die Bühne und bereicherten so die Programmfolge.  

Im Mittelpunkt des Nachmittages stand natürlich die Urkunden-Unterzeichnung. „Der heutige Tag ist für mich ein Zeichen dafür, dass Europa von den Bürgern gelebt wird. Denn nichts anderes ist in meinen Augen eine Städtepartnerschaft“, stellte Bürgermeister Klaus Dieterich an den Anfang seiner Rede.
Man schaffe Beziehungen von Mensch zu Mensch, die weit über das touristische Kennenlernen hinausgehen. Dies sei auch oder gerade im 50-jährigen Bestehen der Europäischen Union sehr wichtig.
„Wir schaffen für junge Menschen einen Rahmen, in dem sie mitunter erstmals persönlich mit Europa in Kontakt treten“, gab er sich hoffnungsvoll.
Das Güglinger Stadtoberhaupt ging kurz auf die Entstehungsgeschichte dieser Partnerschaft ein und dankte zunächst einmal dem vor wenigen Monaten verstorbenen Ehrenbürger Herbert Grotz.
Durch dessen finanzielles Engagement und der eigens eingerichteten Stiftung zur Förderung des europäischen Gedankens sei es überhaupt möglich gewesen, partnerschaftliche Verbindungen über ein Komitee und letztlich über den daraus gegründeten Verein unter Leitung von Irene Gutbrod aufzubauen.

Dass Güglingen und Dorking zusammenpassen, ist für Bürgermeister Dieterich keine Frage. Dies habe man schon bei gegenseitigen Besuchen feststellen können. Letztlich habe man auch über den Wein eine hervorragende Verbindung. „Dorking ist die größte englische Weinbaugemeinde – Güglingen liegt im Herzen der größten Rotweinlandschaft Deutschlands“ strich Dieterich heraus.
Derselben Auffassung ist auch seine englische Kolligin Jean Pearson. „Wir werden jetzt das Leben in beiden Kommunen bereichern“, sagte sie voller Überzeugung.
Man darf dies angesichts der angereisten Delegation glauben: schließlich war die „Mischung“ aus Vertretern von Wirtschaft, Schulen, Kirchen und Vereinen sehr hochkarätig.

„Ich bin da angekommen, wo ich vor langer Zeit gestartet bin“, stellte Partnerschaftsvereins-Vorsitzende Irene Gutbrod sichtlich erleichtert fest. Innerhalb von wenigen Monaten habe man es geschafft, sowohl mit der französischen Partnerstadt Auneau und Umgebung als auch jetzt mit Dorking in England die angestrebten Städtepartnerschaften zu besiegeln.
Jetzt sei der Boden der Freundschaft bereitet – „hoffen wir, dass alle daran Freude haben, diese Partnerschaft mit Leben zu erfüllen“, war ihr Herzenswunsch.
Dass diese Hoffnung ihre große Berechtigung hat, wurde von Antony Wakefield, seines Zeichens Präsident des englischen Partnerschaftsvereins, in einer kurzen und knappen Rede bekräftigt. „Wir in Dorking sind sehr glücklich über unsere Partnerschaft und wir denken, dass auch Sie so fühlen“, sagte er unter dem Beifall der Gäste.

Dann schritten Klaus Dieterich und Jean Pearson zur Tat: zunächst verkündeten beide in ihren Landessprachen den Inhalt der Urkunde, danach setzten sie ihre Unterschriften darunter, tauschten die Dokumente aus, strahlten sich an und jubelten händereckend in die Menge.
Beim anschließenden Stehempfang nutzten dann die Menschen aus Güglingen und Dorking die erste offizielle Gelegenheit, sich nach dem Städteverbund im Smalltalk zu üben.  

Die Dorkinger waren anschließend mit den Güglingern Augen- und Ohrenzeuge bei der Eröffnung des 7. Güglinger Weinbrunnenfestes. Es wäre natürlich eine böse Unterstellung, wollte man die Gäste von der Insel für das Wetter beim Festauftakt am Samstag verantwortlich machen.
Es schüttete wie aus Kübeln – doch konnten gerade noch trockene Plätze ergattert werden.

Am Sonntag war die Mauritiuskirche proppenvoll. Ruth Kern von der Evangelischen Kirchengemeinde und Amanda Johnson von der anglikanischen Kirche aus Dorking gestalteten den zweisprachigen Gottesdienst und wurden dabei von John Wakefield und Theresa Gassenmaier bestens unterstützt.
Nach fast zwei Stunden Gottesdienst schritt man eilends in den Hof der Realschule. Dort wurde als symbolische Verbindung der Partnerschaft eine Linde gepflanzt – und anschließend ging es mit raschen Schritten zum nordwestlichen Ortsausgang von Güglingen, wo am Ortsschild die neue Inschrift „Städtepartnerschaft mit Dorking“ enthüllt worden ist.    

Ein kleiner Spaziergang zurück zur „Herzogskelter“ beendete diesen Rundgang. Nach dem Mittagessen wurden Gastgeschenke ausgetauscht.
Die Güglinger bekamen handkolorierte Ansichten von Dorking. Auf ihre Heimreise durften die Dorkinger neben einer Miniatur des Ortsschildes auch noch eine Fahne mit dem Güglinger Stadtwappen mitnehmen.  
Der Geschenke-Austausch nach dem Mittagessen in der Herzogskelter war dann letzter offizieller Akt der dreitätigen Begegnung. Jetzt können die Dorkinger auch die Güglinger Fahne hissen, wenn es im September zum Gegenbesuch kommt.  

Je näher der Abschied kam, umso herzlicher wurden die Szenen. Es hat offenbar etwas länger gedauert, bis man sich auf diese Art und Weise näher gekommen ist.
Der Trennungsschmerz wird sich aber in Grenzen halten: schließlich ist man ja in knapp zwei Monaten in Dorking zu Gast und kann dort das fortsetzen, was mit der jetzt in Güglingen durchgeführten Zeremonie einen ersten offiziellen Abschluss samt gleichzeitigem Neubeginn gefunden hat.

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