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Nachrichten | 19.01.2023

Neujahrsempfang

„Wo viel Schatten ist, ist auch viel Licht“ Mit diesem abgewandelten Zitat, das in seiner Ursprungsform dem Götz von Berlichingen zugesprochen wird, beschreibt Landrat und Festredner Norbert Heuser das letzte Jahr im Landkreis. 

Es gab viele Herausforderungen und Krisen, die sich überlagern und die Folgen sind für viele im Alltag spürbar. Die Flüchtlingskrise, die Energiekrise, die Inflation und über allem steht die Klimakrise, deren Auswirkungen nicht nur regional, sondern weltweit zum Teil drastisch sind. Ein großer Schatten ist sicherlich auch der Krieg in der Ukraine. Ein Krieg auf europäischen Boden hätte sich noch vor einem Jahr niemand vorstellen können, so Heuser. 

Trotz allem, so der Landrat, wolle er nicht schwarzmalen, denn das Miteinander in der Gesellschaft sei da. „Aber wir müssen zusammenhalten, denn Fliehkräfte gibt es genug“. 

Aber die Region sei gut aufgestellt, die Firmen und Unternehmen investieren und richten ihr Handeln auf die Zukunft auf. In diesem Zusammenhang dankt Norbert Heuser auch der Firma Layher, die mit ihrer Werkserweiterung im Zabergäu eben diese Zukunft im Blick habe. 

 

Er sei aber auch stolz auf die Kommunen im Landkreis, die sich auf den Weg gemacht haben, Krisenkonzepte zu erarbeiten, um gerüstet zu sein für Stromausfälle oder Hochwassersituationen nach Starkregenereignissen, die auch bei uns immer häufiger werden. 

 

Im Kreis laufe es rund und man freue sich in diesem Jahr 50 Jahre Kreisreform feiern zu können. Am Freitag vor Pfingsten wird es dazu einen großen Festakt geben. Ohne Bürgermeister Heckmann, so viel stehe schon fest, da dieser an diesem Freitag anderweitig verpflichtet ist. Das Güglinger Maienfest wird am 26. Mai eröffnet.

Beglückwünschen kann Heuser die Stadt Güglingen für die Neuansiedelung von Ärzten, die keine Selbstverständlichkeit sei. In Sachen Notfallpraxis versichert er, sich persönlich mit aller Kraft für den Erhalt der Praxis in Brackenheim einzusetzen. 

 

„Ich wünsche der Stadt und Ihren Einwohnern ein frohes und gesundes Jahr mit viel Licht und Kraft für alles, was vor uns liegt.“ 

 

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang stimmungsvoll vom Posaunenchor Güglingen.

Da der Chor im Jahr 2021 seine 100-jähriges Jubiläum hatte, war das ein guter Anlass, die Musiker für den Neujahrsempfang in diesem Jahr auf die Bühne zu holen. 

Der Bürgermeister konnte sich über knapp 200 Besucher freuen, die der Einladung in die Herzogskelter gefolgt sind. Im Veranstaltungskalender der Stadt hat sich dieser Nachmittag zum neuen Jahr inzwischen gut etabliert und mit dem TSV Güglingen konnte auch wieder ein Verein gefunden werden, der die Bewirtungstheke mit seinen Helferinnen und Helfern ausgestattet hat.

 

„Wir waren in den vergangenen drei Jahren der Pandemie engagiert und haben Projekte umgesetzt und angestoßen“, so Heckmann. Er nennt die Umgehungsstraße, welche die Lebensqualität in der Innenstadt zukünftig erheblich verbessern wird sowie die Ansiedelung zweier neuer Ärztinnen in Frauenzimmern und Güglingen, die ein wichtiger Baustein für die medizinische Versorgung vor Ort darstellen. Das neue Werk der Firma Layher stehe für wirtschaftliche und soziale Stabilität im Zabergäu und darüber hinaus, so Heckmann. Ein besonderer Dank gelte daher den Gesellschaftern für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass die Firma dem Standort Zabergäu treu geblieben ist. 

 

Neben der medizinischen Versorgung ist auch die Schaffung von Wohnraum ein großes Thema. Er stehe für eine nachhaltige Wohnungsbaupolitik und möchte weiterhin verdichten, so Heckmann. „Wir müssen achtsamer werden bei der Überplanung unserer Flächen.“ Auch die Energiewende ist eine große Herausforderung und wird die Arbeit in den nächsten Jahren prägen. 

 

„Wir haben alle die Energiewende und auch den Klimawandel verschlafen und nicht wirklich ernst genommen und jetzt rennt uns die Zeit davon. Es ist tatsächlich in dieser Frage längst fünf vor zwölf.“ Auch den demographischen Wandel habe man zu lange auf die lange Bank geschoben und nun müsse überall schnelle Lösungen finden, die es so nicht gebe. So gefährde der Fachkräftemangel, den es in allen Bereichen gibt, zunehmend unseren Wohlstand. 

 

Zum Bürgerentscheid, der am 29. Januar in Güglingen stattfinden wird, betonte der Bürgermeister vor allem, dass egal, wie der Entscheid ausgehe, es für keine der Seiten einen Grund für „Triumphgeheule“ gebe. 

 

Vor den verschiedenen Ehrungen kam dem Bürgermeister noch die ehrenvolle Aufgabe zu, Sabine Schwarzkopf und Rudolf Rathfelder zu danken. Die beiden haben mit der diesjährigen Weihnachtshütte, die an einem neuen Standort an der Mediothek aufgebaut wurde, 5.500 € Spenden gesammelt und der Stadt übergeben. „Wir verwenden dieses Geld wieder für den Schwimmunterricht an der Katharina-Kepler-Schule. Vielen Dank Frau Sabine Schwarzkopf und Herrn Rudolf Rathfelder, dem ich vor allem viel Gesundheit wünsche, für dieses tolle Engagement.“

 

Im Anschluss konnte Ulrich Heckmann zwei beeindruckende sportliche Auszeichnungen überreichen. 

 

Manfred Thurner erhielt das Deutsche Sportabzeichen in Silber für das Jahr 2022. Mit 89 Jahren ist er der älteste Sportler beim TSV Güglingen und hat das Abzeichen inzwischen unglaubliche 30 Mal abgelegt. 

Das Sportlerabzeichen in Gold erhielt Anita Bülow, die im letzten Jahr die Prüfung ebenfalls zum 30. Mal mit den bestmöglichen Ergebnissen abgelegt hat. Herzlichen Glückwunsch!

 

Nach musikalischen Abschluss durch den Posaunenchor waren die Besucherinnen und Besucher zum Umtrunk und Kaffee und Kuchen geladen. Die Gelegenheit zum Gespräch wurde von vielen bis in den Abend hinein genutzt. Der Termin für den nächsten Neujahrsempfang steht auch schon. Er wird am 14. Januar 2024 stattfinden.