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Aus der Geschichte von Güglingen

Im 2./3. Jahrhundert n. Chr. bestand südöstlich der heutigen Stadt ein römischer Marktort (vicus), der als damaliges wirtschaftliches Zentrum des Zabergäus gelten kann. Nach dem Untergang des Vicus um die Mitte des 3. Jh. ließen sich die Alamannen nieder und auf sie bzw. auf die ihnen nachfolgenden Franken geht schließlich die Entstehung des merowingerzeitlichen Güglingen zurück.

 

Die Endung „-ingen“ kann als Hinweis auf die alamannischen Ursprünge gedeutet werden. Der Ortsname ist möglicherweise auf einen Personennamen zurückzuführen. Schriftlich nachweisbar ist Güglingen jedoch erstmals in einer Urkunde von 1188 als „Gugelingen“, als allodiales Hausgut der Staufer in einer Heiratsurkunde. Von den Staufern gelangte es im 13. Jh. an die Herren von Neuffen.

 

In deren Herrschaftszeit entwickelte sich Güglingen ab der 2. Hälfte des 13. Jh. zur Stadt - 1295 wird Güglingen in Urkunden als Oppidum und Civitas bezeichnet. Es entstanden Mauern, Stadtgraben und Türme, die bis zu Beginn des 19. Jh. das Stadtbild bestimmten.

 

Spätestens seit 1348 führt der Schultheiß und das Gericht ein Siegel, das eine Gugel oder eine Kapuze zeigt mit der Umschrift „S Civitatis de Gueglingen“.

Bis zum ersten Viertel des 14. Jh. gelangte die Stadt in Besitz der Herren von Württemberg und wurde zum Sitz eines württembergischen Amtes, das bis zum Jahr 1807 bestand, dann aber im Zuge der Verwaltungsreform des neu entstandenen Königreichs dem Oberamt Brackenheim zugeordnet wurde.

 

Zum Amt Güglingen gehörten seit 1380 die Orte Eibensbach, Frauenzimmern, Ochsenbach, Pfaffenhofen, Spielberg und evtl. Weiler, zeitweise auch die Gemeinden Sternenfels, ein Teil von Leonbronn und Kürnbach sowie Häfnerhaslach.

 

Heute noch künden einige Gebäude und bauliche Überreste von der über 400-jährigen Amtsherrlichkeit: Das alte Amtshaus, das heute Bestandteil des neuen Rathauses ist, die Herzogskelter mit Bandhaus und Zehntscheuer, das so genannte Klunzingerhaus, zeitweilig Vogtshaus und benannt nach dem Stadtpfarrer und Historiker Karl Klunzinger. Auch das ehemalige Lateinschulgebäude, die spätgotische Leonhardskapelle sowie Teile der alten Stadtbefestigung sind zu nennen.

 

Für Jahrhunderte erfuhren die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Strukturen keine grundlegenden Veränderungen. Acker- und Weinbau, teilweise verbunden mit kleinem Handwerk für den lokalen Bedarf, waren im geographisch und klimatisch begünstigten Zabergäu die Haupterwerbszweige der Bewohner. Die Agrargesellschaft stand in starker Abhängigkeit von den stets schwankenden Ernteerträgen. Lediglich der überregionale Weinhandel und regionaler Viehhandel erbrachten bescheidenen Gewinn.

 

Als die spätmittelalterliche Gesellschaft seit dem 14.Jahrhundert in eine politische und wirtschaftliche Krise geriet, waren es besonders die Bauern, die unter der allgemeinen Not am meisten zu leiden hatten. 1514, während des „Armen Konrad“ und im großen Bauernkrieg von 1525, beteiligten sich Güglinger Bauern zusammen mit den Bauern aus den Nachbarorten an den sozialen Erhebungen.

 

Das Güglinger Amt wurde - wie sieben weitere Unterländer Ämter - wegen der revolutionären Unruhen mit doppeltem Steuersatz bestraft.

Die sozialen Unruhen waren stark beeinflusst von den Ideen der Reformation. Auch sie war Ausdruck und Ausfluss der tiefen geistigen und religiösen Verunsicherung des niedergehenden Mittelalters. Um das Jahr 1539 wurde die Reformation in Güglingen eingeführt.

 

Als finsterste Krisenerscheinung jener Epoche muss die Welle der Hexenverfolgungen gelten. Sie machte in den Jahren 1620/21 Güglingen zum Schauplatz des dramatischen Hexenprozesses gegen die Mutter des Astronomen und Mathematikers Johannes Kepler, der erst nach langem Kampf einen Freispruch erwirkte.

 

Zur gleichen Zeit entluden sich die Spannungen des Jahrhunderts im 30-jährigen Krieg, in dessen Folge die Stadt wie das ganze Amt unter verheerenden Verwüstungen und damit einhergehenden Pestepidemien zu leiden hatte. Die großen Menschenverluste in unserem Raum konnten nur durch den Zuzug und die Ansiedlung von fremden Menschen ausgeglichen werden, gefördert durch eine staatliche Ansiedlungspolitik.

 

Noch kaum erholt, litt Güglingen am Ende des 17. Jahrhunderts erneut unter den schweren Lasten der Kriege Ludwig XIV. Im Jahre 1688 wurde die Stadt fünf Tage lang von den Truppen des Sonnenkönigs geplündert.

Rund ein Jahrhundert später belasteten die napoleonischen Kriege erneut die Bevölkerung und Gemeinden durch Zahlungen, Requisitionen und Truppenaushebungen.

 

Die erste Hälfte des 19.Jahrhunderts war gekennzeichnet durch Verarmung eines Teils der Bevölkerung. Infolge der Krise waren viele Einwohner gezwungen auszuwandern. Als in den Jahren 1849 und noch einmal 1850 zwei große Brände einen großen Teil der mittelalterlichen Stadt zerstörten, verschlimmerte sich die Situation in Güglingen noch mehr. Doch konnte die Stadt - dank breiter Anteilnahme in ganz Württemberg und dank finanzieller Hilfen - in kurzer Zeit mit modernem Gesicht wiederaufgebaut werden.

 

Der Eisenbahnbau im Jahre 1896 brachte mit der Ansiedlung von Fabrikfilialen erste Arbeitsplätze in die ländliche Region und eröffnete die Möglichkeit sich außerhalb Arbeit zu finden. Es entstand der Pendler, der nach getaner Fabrikarbeit Nebenerwerbslandwirtschaft betrieb, v.a. natürlich Weinbau. Die Eisenbahn steht am Beginn des grundlegenden strukturellen Wandels des Zabergäus, der sich, unterbrochen durch die Katastrophen der Weltkriege, am Ende aber durch diese nur noch verstärkt, bis heute fortsetzt.

 

Die Zunahme der Einwohnerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg, bedingt zunächst durch den Zustrom einer großen Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen, dann durch den Zuzug von ausländischen Arbeitskräften, hat die Besiedlungsfläche des einstigen kleinen Amtsstädtchen stark vergrößert und in einem sich gegenseitig bedingenden Prozess zur Ansiedlung von mittleren bis großen Industriebetrieben geführt. In deren Folge konnte eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen werden.

Historische Ansicht von Güglingen
Historische Ansicht von Güglingen

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